Coaching bei Existenzgründung

2015-claudia-pastorino-kleinClaudia, direkt nach Deinem BWL/VWL Studium und Master hast Du Dein Unternehmen gegründet. Wie kam es dazu?

Ich komme aus einer Unternehmer-Familie und bin damit aufgewachsen. Ich habe schon während des Studiums gemerkt, dass ich meine eigene Firma gründen möchte. Ich kann auf meine Intuition hören und meine eigenen Entscheidungen treffen. Diese Freiheit schätze ich sehr.

Was war die größte Herausforderung in der Gründungsphase und wie hast Du sie gemeistert?

Ich war unsicher, obwohl ich das Unternehmertum von meiner Familie kannte. Letztendlich weiß man nie, wie sich Dinge entwickeln. Aber wenn man die richtige Mischung aus Leidenschaft, Vision und Fokus gefunden hat, gibt es immer einen Weg. Man braucht Vertrauen und Geduld.

Wie bist Du zum Coaching gekommen?

Durch meine eigenen Erfahrungen mit einem Coach, die mich sehr geprägt haben. Von da an war mir klar, dass ich Menschen in Veränderungsprozessen unterstützen möchte.

Was braucht ein Gründer unbedingt? Wer ist auf Dauer erfolgreich?

Ein Gründer braucht eine Vision, Herzblut und Leidenschaft. Ohne dies, wird er nicht bestehen. Wer sich das erhält, kann lange erfolgreich sein.

Was sind klassische Fehler beim Schritt in die Selbstständigkeit?

Viele Gründer wollen zu viel auf einmal. Selbständigkeit ist wie ein Kind, es braucht Zeit, zu reifen, seine Erfahrungen zu machen. Es ist wichtig, das Projekt Schritt für Schritt voranzubringen. Viele Existenzgründer unterschätzen auch den organisatorischen Aufwand, insbesondere den kaufmännischen Teil. Hierbei ist es wichtig, zu wissen, was man abgeben kann. Selbständigkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass man alles selber machen muss.

Welche Fallstricke gibt es noch?

Ich beobachte häufig, dass sich Gründer unter zu großen Druck setzen. Nicht jeder hat das gleiche Energielevel und das gleiche Tempo. Nicht jeder kann gleich mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung Erfolg rennen. Hinderlich ist auch die Angst, Fehler zu machen. Fehler sind oft hilfreich, weil man sonst nicht weiterkommt.

Wie hilfst Du Gründern zum Erfolg? Welchen Fokus hast Du bei Deinen Coachings?

Ich unterstütze dabei, die eigenen Ressourcen, Leidenschaften zu erkennen und herauszuarbeiten. Ich versuche Selbstzweifel zu nehmen, zu motivieren. Als Coach möchte ich Souveränität und Sicherheit vermitteln. Wichtig ist mir aber auch, die gründungsrelevanten unternehmerischen Kompetenzen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse beim Gründer aufzubauen und zu vertiefen.

Was ist wichtiger, der Business-Plan oder die Persönlichkeit?

Der Businessplan dient als strategisches Werkzeug, um die Geschäftsidee zu durchleuchten und auf die Durchführbarkeit zu prüfen. Die Leidenschaft, die persönliche Motivation ist aber das Entscheidende. Im Bereich der Selbstständigkeit ist der Erfolg stark von der Persönlichkeit abhängig.

Dann noch eine letzte Frage: Welchen Rat möchtest Du Existenzgründern mit auf den Weg geben?

Die Leidenschaft, die Vision nie zu verlieren.

Claudia, vielen Dank für das offene Gespräch.