Transfergesellschaft: Welche Laufzeit ist richtig?

Eine Transfergesellschaft dient der Qualifizierung und Beratung von Mitarbeitern, deren Stellen im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen abgebaut werden. Das frühere Arbeitsverhältnis wird aufgehoben und zeitgleich ein Arbeitsvertrag mit der Transfergesellschaft abgeschlossen. Voraussetzung dafür ist ein Transfer-Sozialplan. Die gesetzliche Grundlage findet sich im SGB III. Die Agentur für Arbeit fördert dieses Vorgehen, weil es Arbeitslosigkeit vermeiden hilft.

Der Sozialplan legt fest, wie lange die Laufzeit für die eintretenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, ob sich die Mitarbeiter durch den Verzicht auf andere Leistungen an der Finanzierung der Maßnahme beteiligen, und in welcher Höhe Mittel für die Beratung und Qualifizierung vom Unternehmen bereitgestellt werden.

Der Verbleib in der Transfergesellschaft ist gesetzlich auf maximal zwölf Monate begrenzt. Welche Laufzeit möglich ist, hängt von den Regelungen des Transfer-Sozialplans ab. Eine lange Laufzeit von 12 Monaten hat für all diejenigen Vorteile, die sich auf dem Arbeitsmarkt nicht allzu gute Chancen ausrechnen; die Transfergesellschaft bietet Ihnen Schutz und wirtschaftliche Sicherheit.

Die kurze Laufzeit von 6 Monaten hat den Vorteil der besseren Realisierbarkeit. Dem Arbeitgeber fällt die Zustimmung leichter, weil ein geringerer Finanzierungsaufwand erforderlich ist. Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhöht sich der Orientierungs- und Bewerbungsdruck. Gleichwohl ist die Situation in der Transfergesellschaft deutlich besser als in der Arbeitslosigkeit.

Der Beratungs- und Qualifizierungsprozess beginnt mit einer ausführlichen Betrachtung des beruflichen Werdegangs und führt über die Entwicklung von beruflichen Perspektiven in die Gestaltung der notwendigen Bewerbungsvoraussetzungen: Das gemeinsame Erstellen der Bewerbungsunterlagen, ein Workshop zum Thema Stellensuche im Internet und das praktische Üben von Bewerbungsgesprächen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Erwerb neuer oder im Ausbau vorhandener Qualifizierungen durch individuell notwendige und sinnvolle Qualifizierungsmaßnahmen.

Es ist wichtig, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht eine mehrwöchige Auszeit von allen bewerbungsorientierten Aktivitäten zu nehmen. Ein solcher Spannungsabfall ist schwer wieder aufzuholen. Teilnehmende, die nicht gleich mit dem Eintritt in die Transfergesellschaft Aktivitäten entfalten, haben es zum Ende der Transferzeit nicht leichter, sondern schwerer.

Deshalb ist es richtig, im Sozialplan die Dauer der Transfergesellschaft an den Bedürfnissen der Mehrheit der Mitarbeiter auszurichten und dabei die längst mögliche Dauer anzubieten.