Mitarbeiterführung: Wie gelingt der Start als Führungskraft?

Viele Führungskräfte haben nie eine Ausbildung zum Thema Mitarbeiterführung bekommen. In dieser Tatsache kommt zum Ausdruck, dass die Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in vielen Unternehmen eher als eine naturgegebene Fähigkeit angesehen wird, denn als Stoff für theoretisches und praktisches Lernen.

Führen ist lernbar. Die zentralen Erfolgsfaktoren für den erfolgreichen Start als Führungskraft sind 1. Unternehmenswissen, 2. Kommunikationstheorie und 3. Reflexionsräume.

1. Unternehmenswissen

Führungskräfte müssen das Geschäft des Unternehmens kennen und verstehen. Sie müssen die Abläufe in dem von ihnen geführten Bereich kennen und das Zusammenspiel zwischen dem eigenen Team und den Schnittstellen im Unternehmen verstanden haben. Neben diesen fachlichen und organisatorischen Kenntnissen steht das jeweils erforderliche Wissen um die Basisaufgaben der Führungskraft:

Wie stelle ich in diesem Unternehmen Mitarbeiter ein? Wie erstelle ich mein Budget? Wie werden Mitarbeitergespräche geführt? Welche Betriebsvereinbarungen gelten? Welche IT-Ausstattung steht meinen Mitarbeitern zu? Diese und viele andere Fragen sind unternehmensindividuell zu beantworten. Die Qualifizierung zu diesen Fragen sollte durch die jeweilige Fachabteilung im Unternehmen erfolgen.

2. Kommunikationstheorie

Wer führt, verfolgt ein Ziel. Wer führt, nutzt die Arbeitskraft anderer, um sein eigenes Ziel zu erreichen. Wer führt, macht sein Ziel zum Ziel seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Erfolgreiche Führung bewegt sich zwischen zwei extremen, und daher negativen Polen: Wer sich um die Belange seiner Mitarbeiter nicht kümmert, sondern quasi mit Gewalt Ziele bestimmt und die zu gehenden Wege vorgibt, gewinnt niemanden für die eigene Sache. Wer sich ausschließlich nach den Interessen der Belegschaft richtet, verliert sein eigenes Ziel aus den Augen.

Zwischen diesen Extremen gibt es eine reiche Bandbreite an Führungsformaten, die zum Unternehmen, zur Führungskraft und zum Team passen können. Für junge Führungskräfte ist es hilfreich, sich mit den grundlegenden Mustern des menschlichen Verhaltens auseinanderzusetzen, um zu erkennen, welches Führungs-Verhalten zu welchen Mitarbeiter-Reaktionen führt.

Die erforderlichen Grundlagen können durch Lesen, durch Trainings oder durch Coaching erworben werden. Generell geht der Trend weg von mehrtägigen Führungstrainings und hin zu individuellen, passgenauen Ausbildungs-Coachings. Je individueller die Maßnahme, umso effektiver ist sie für die Führungskraft und für das Team.

3. Reflexion

Am meisten unterschätzt wird die Bedeutung des Nachdenkens. Führungskräfte brauchen die Zeit, die Gelegenheit und den Raum, um über ihre Arbeit – gemeinsam mit anderen – nachzudenken. Die wichtigsten Formate, die Unternehmen dafür bereitstellen sollten sind das persönliche Coaching, die kollegiale Beratung oder moderierte Themenworkshops.

Im Coaching schildert die Führungskraft dem externen, und daher neutralen und unvoreingenommenen Coach eine Situation seines Führungsalltags. Gemeinsam entwickeln beide die verschiedenen Varianten des Führungsverhaltens, wägen die Vor- und Nachteile ab, und die Führungskraft entscheidet, wie sie weiter vorgehen möchte. Der Coach fungiert als Sparringspartner mit dem der Coachee seine Gedanken durchspielt und von dem er Fragen, Kommentare und Hinweise erhält.

In der kollegialen Beratung bespricht eine Gruppe gleichrangiger Führungskräfte die erlebten Führungssituationen. Ein externer Trainer erläutert das Format und begleitet die ersten Sitzungen, dann moderiert und coacht sich die Gruppe selbst. Das kann z.B. alle acht Wochen geschehen, jeweils 2 Stunden beanspruchen und sich über Jahre fortsetzen.

In moderierten Themenworkshops greift der externe Moderator von der Gruppe der teilnehmenden Führungskräfte vorgeschlagene Themen auf und steuert die sich ergebende Diskussion. Der Schwerpunkt liegt im Austausch von Erfahrungen, die die Teilnehmenden in ihrem Führungsalltag gemacht haben. Der Moderator fasst die Debatte in Stichpunkten zusammen und stellt ein Protokoll zur Verfügung. Seinen eigentlichen Wert bezieht dieses Format aus der Erkenntnis, dass keine Führungserfahrung erst- oder einmalig ist.

Allen beschriebenen Formaten ist gemeinsam, dass das Unternehmen weder Inhalte noch Lernziele vorgibt. Das für eine Verbesserung der Führung erforderliche Wissen ist im Unternehmen vorhanden. Die Zeit, der Raum und die methodische Anleitung ermöglichen den Teilnehmenden Erkenntnissprünge, die ein klassisches Training nicht zu erreichen in der Lage wäre.

Inplace ist spezialisiert auf Coaching, kollegiale Beratung und Moderation.