HR Trends 2016

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt, der Wettbewerb um Top-Mitarbeiter spitzt sich weiter zu. Welche Themen werden die HR-Abteilungen in 2016 beschäftigen? Wir haben die sechs Wichtigsten für Sie unter die Lupe genommen.

Candidate Experience

„Candidate Experience“ war schon das Trendwort 2015. Das Thema ist also nicht neu, aber die Fokussierung auf die Erfahrungen des Bewerbers, auf das Erleben des Bewerbungsprozesses durch den Kandidaten ist neu. Der Schlüssel zu einer positiven „Candidate Experience“ ist eigentlich ganz einfach, es geht um Fairness und Wertschätzung. Der Anspruch hierbei sollte sein, den Bewerbern einen optimalen Bewerbungsprozess zu bieten, und vielleicht sogar Erwartungen zu übertreffen. Nicht selten dauert es viel zu lange, bis der Kandidat im Bewerbungsprozess eine Rückmeldung erhält. Das kostet den Bewerber Nerven und unter Umständen dem Unternehmen sogar Geld. Lange Wartezeiten machen einen schlechten Eindruck und im ungünstigsten Fall sagt der Favorit ab. Nicht zu vergessen, negatives Feedback macht schnell die Runde. Grund genug also, die eigene Kommunikation immer wieder zu überprüfen. Schlechter Stil ist es, wenn sich ein Unternehmen überhaupt nicht beim Bewerber meldet.

Employer Branding

Auch Employer Branding bleibt ein Thema für 2016. Früher reichte der Name eines Unternehmens, um Talente zu locken. Heute müssen sich Unternehmen im Wettbewerb mehr denn je als attraktiver Arbeitgeber positionieren, um Top-Mitarbeiter zu gewinnen. In vielen Firmen ist Employer Branding bereits in der Struktur verankert, 76 Prozent der Unternehmen haben laut HR-Barometer bereits einen Verantwortlichen für dieses Thema. Laut aktueller LinkedIn-Studie zum Thema „Talentmarken“ würden 52 Prozent der befragten 1.000 Arbeitnehmer nicht zu einem Arbeitgeber mit schwacher Marke wechseln. Hingegen würden 32 Prozent auf eine Gehaltserhöhung verzichten, wenn die Marke des Arbeitgebers top ist. Employer Branding und die Profilierung der Arbeitgeber-Marke bleibt also ein vorrangiges Ziel für Personaler.

Mobile Recruiting

Die Zukunft der Jobsuche ist mobil. Und dieser Trend setzt sich weiter fort. Doch viele deutsche Unternehmen sind darauf noch nicht eingestellt. Bei einer Indeed-Umfrage aus dem letzten Jahr gaben immerhin 23 Prozent von insgesamt 500 HR-Verantwortlichen an, ihre Bewerbungsprozesse für mobile Geräte wie Tablets und Smartphones zu optimieren. 31 Prozent wollten den Trend beobachten, aber rund ein Drittel der Befragten zeigten kein Interesse am mobilen Bewerbungsprozess. Mobile Geräte haben bereits viele Teile unseres Arbeitsalltages erfasst, und jetzt auch den Bewerbungsprozess. Webseiten, die auf dem Smartphone oder Tablet nicht optimal dargestellt werden, stören – auch bei der Jobsuche.

Agile Arbeitsweisen

Agile Methoden sind mittlerweile auch außerhalb von IT-Prozessen ein wichtiges Thema, nicht nur als Projektmanagement-Methode, sondern auch bei Führungs- und Kommunikationskonzepten. In einem zunehmend komplexen Arbeitsumfeld wird es immer relevanter, flexibel zu sein und schlanke Prozesse zu gewährleisten. Inzwischen arbeiten schon über ein Viertel der Unternehmen in Nicht-IT-Bereichen agil. Der Einsatz agiler Methoden stellt sicher, dass Unternehmen mit ihren Mitarbeitern schneller auf Veränderungen reagieren können. Interdisziplinäre Teams mit flachen Hierarchien arbeiten an einer Lösung, Ergebnisse und Arbeitsabläufe werden laufend angepasst, Transparenz steht im Vordergrund. Jedes Teammitglied weiß, was der andere im Team macht und welchen Stand die laufenden Projekte haben. Die neue Arbeitswelt wird immer agiler. Unternehmen sollten traditionell „bewährte“ Methoden überdenken und Veränderungen als Chance begreifen.

Generation Z

Die nächste Generation steht vor der Tür. Der Anteil der Jobsuchenden verschiebt sich immer mehr in Richtung Generation Z. Die Generation Z, die Altersgruppe zwischen 12 und 19 Jahren, ist die Generation, für die schon seit jüngster Kindheit die Nutzung mobiler Geräte und die Allzeitverfügbarkeit selbstverständlich ist. Man spricht auch von Digital Natives. Diese Generation ist noch digitaler als die Generation. Laut einer Yahoo-Umfrage (September 2015), bei der 1663 Menschen zur Mediennutzung befragt wurden, besitzen bereits 89 Prozent der Generation Z ein Smartphone. Dieser Trend zeigt sich auch bei den Nutzungsgewohnheiten: Die Teenager sitzen täglich nur noch 2,7 Stunden vor dem Laptop oder PC, Mobilgeräte sind dagegen schon 2,3 Stunden lang im Einsatz. Es werden weniger Geräte genutzt, die dafür mehr Funktionen vereinen. Bereits der Generation Y wurde eine fehlende emotionale Bindung zum Unternehmen unterstellt. Diese Entwicklung setzt sich fort. Hier sind neue Strategien gefragt, neue Entwicklungsmöglichkeiten, andere Motivationswege. Unternehmen sollten die besondere Einstellung zu Technologien und einem veränderten Arbeitskonzept annehmen, um die Denkweise der Generation Z für sich zu nutzen.

Neue Wege im Recruiting

Der Mensch spielt gerne. Diese Erkenntnis macht sich auch die Personalgewinnung zunutze. Um die Aufmerksamkeit von potentiellen Mitarbeitern auf sich zu ziehen, setzten immer mehr Unternehmen auf Recruitainment, eine Mischung aus Recruitment und Entertainment. Mit Online-Spielen und interaktiven Tests suchen Unternehmen nach geeigneten Kandidaten. Unternehmen können sich hier bei der jeweiligen Zielgruppe von der guten Seite zu zeigen und die Besonderheiten der angebotenen Jobs darstellen. Doch die Umsetzung von Recruitainment-Maßnahmen kostet Personaleinsatz, Zeit und Geld. Schließlich sollen sie professionell sein, um potenzielle Mitarbeiter positiv zu beeindrucken.