Netzwerken lohnt sich für Arbeitgeber und -nehmer

Mitarbeiterempfehlungen

Mitarbeiterempfehlungen

Wer neue Mitarbeiter sucht, sollte auf persönliche Kontakte bzw. Empfehlungen eigener Mitarbeiter setzen. Fast ein Drittel aller Stellen kommen über diesen Weg zustande, das zeigt eine neue Studie. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat dazu etwa 13.000 Unternehmen in Deutschland befragt, wie sie bei der Rekrutierung geeigneter Kandidaten für ihre Firma vorgehen.

Das Ergebnis: Bei 29 Prozent seien persönliche Kontakte ausschlaggebend gewesen. Erst mit Abstand folgt die Vermittlung über die Arbeitsagentur und Inserate in Zeitungen und Zeitschriften. Jobbörsen im Internet sind vor allem für Uniabsolventen interessant.

Da wundert es also kaum, dass immer mehr Firmen die eigenen Mitarbeiter in die Bewerbersuche einbinden und zum Teil Prämien ausschreiben, die bei erfolgreicher Neubesetzung ausgezahlt werden. Andere Studien belegen zudem, dass Mitarbeiter, die über persönliche Kontakte ins Unternehmen gekommen sind, länger im Unternehmen bleiben und produktiver sind.

Der IAB-Studie zufolge gibt es allerdings je nach Qualifikationsniveau der Bewerber Unterschiede beim bevorzugten Einstellungsweg. Für Akademiker sind Online-Jobbörsen besonders wichtig. 26 Prozent der Uniabsolventen fanden über Portale wie Stepstone.de oder Monster.de einen neuen Job, bei ungelernten Arbeitskräften und Personen mit mittlerer Qualifikation seien es lediglich sieben beziehungsweise zehn Prozent. Persönliche Kontakte und Empfehlungen liegen bei Uniabsolventen mit 20 Prozent erst an zweiter Stelle.

Internet-Jobbörsen bieten die Chance, gezielt auf höherqualifizierte Bewerber mit entsprechendem Fachwissen und Erfahrungen zuzugehen. Außerdem ist es leichter, deutschland- oder sogar weltweit Angebote zu inserieren. Die Pflege eines Jobprofils auf den Internetseiten der Jobbörsen und die Suche nach geeigneten Kandidaten im Netz ist allerdings aufwendig. Nicht jedes Unternehmen hat die dafür erforderlichen Ressourcen.

Die Auswertung des IAB zeigt weiter, dass auch die Dauer der Personalsuche mit der Qualifikation zusammenhängt. Je höher die Qualifikation, desto länger ist die geplante Suche. Während vom Beginn der Suche bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn bei Ungelernten durchschnittlich 53 Tage vergehen, dauert die Besetzung einer Akademikerposition mit 107 Tagen mehr als doppelt so lang. Das kann unter anderem daran liegen, dass die Konkurrenz um qualifizierte Arbeitskräfte mitunter höher und die regionale Mobilität stärker ausgeprägt ist.

Fazit: Online-Stellenportale und soziale Medien werden wichtiger, aber Unternehmen setzen bei der Mitarbeitersuche weiterhin vor allem auf persönliche Kontakte und haben damit Erfolg. Auch für Arbeitssuchende haben Netzwerke eine hohe Relevanz.

Mehr Informationen zur Befragung erhalten Sie unter www.iab.de/stellenerhebung