Outplacement: Notwendig oder Luxus?

Outplacement Notwendig oder LuxusOutplacement-Berater unterstützen Menschen, die ihren Job unfreiwillig aufgeben mussten. Das Ziel der Beratung ist der möglichst reibungslose Übergang in das nächste Arbeitsverhältnis.

Der Beratungsprozess umfasst die vollständige Aufnahme des bisherigen beruflichen Werdegangs, die sorgfältige Analyse der vorhandenen Fähigkeiten und Potenziale, die Entwicklung von Ideen und Vorschlägen für die berufliche Zukunft und die ganzheitliche Unterstützung des Bewerbungsprozesses. Die Beratung dauert ca. sechs bis neun Monate, dann sollte das neue Arbeitsverhältnis gefunden sein. Oft begleitet der Outplacement-Berater seine Mandanten bis in die ersten Wochen der neuen Stelle hinein.

Aus Teilnehmer-Sicht hat die Inanspruchnahme der Beratung den Vorteil der fachkundigen Begleitung in einer schwierigen Lebensphase. Die Suche nach der nächsten Aufgabe ist ein Projekt. Da helfen Planung und Struktur. Ein externer Berater kann die grundlegenden Fragen stellen, vorhandene Kompetenzen in ein neues Licht rücken, daraus neue Ideen entwickeln und den äußeren Druck mit dem inneren Druck zu einem kreativen Prozess verbinden. Freunde und Familie haben vor allem die Aufgabe, motivierend, bestätigend und stärkend zu wirken.

Aus Arbeitgebersicht kommen die im Outplacement erarbeiteten Gedanken, Ziele und Ideen zu spät; er kann von ihnen nicht mehr profitieren. Aber er signalisiert den verbleibenden Kolleginnen und Kollegen, dass Trennungen in fairer Art und Weise umgesetzt werden. Bei aller Unsicherheit, die jede Trennung bei den anderen auslöst, bleibt doch das Gefühl, dass dem Unternehmen das berufliche und persönliche Schicksal der ehemaligen Mitarbeiter nicht gleichgültig ist. Das stabilisiert.

Personalleiter, Personalreferenten und HR-Business-Partner müssen die Frage beantworten, ob sie mit der Aufhebungsvereinbarung auch eine Outplacement-Beratung anbieten. Notwendigkeit oder Luxus? Weder noch. Das Angebot der Beratung ist Ausdruck der Unternehmenskultur: Ein gutes Betriebsklima, lange Betriebszugehörigkeiten und eine hohe gegenseitige Verbundenheit legen es nahe, auch die Trennung vom Mitarbeiter fair und anständig umzusetzen, also eine Outplacement-Beratung anzubieten.

Fazit: Outplacement ist weder Notwendigkeit noch Luxus, sondern die nachvertragliche Fortsetzung der bestehenden Unternehmenskultur.