Jobsharing – zu zweit auf eine Stelle bewerben

Jobsharing heißt das Modell, in dem sich zwei Teilzeitkräfte eine Stelle teilen. Im Unterschied zur klassischen Teilzeitarbeit tragen sie gemeinsam Verantwortung, arbeiten als Team und teilen sich Aufgaben und Arbeitszeiten eigenständig unter sich auf.

Die Vorteile für Unternehmen liegen klar auf der Hand: Sie bekommen mehr Ideen, mehr Erfahrung und Energie, als nur mit einem Kandidaten. Außerdem können sie neue Potenziale auf dem Arbeitsmarkt erschließen. Sie erreichen damit auch jene, die hochqualifiziert sind, aber aus den unterschiedlichsten Gründen weniger arbeiten möchten. Außerdem hängt das Wissen nicht nur an einer Person. Verlässt zum Beispiel ein Mitarbeiter das Unternehmen, bleibt das Wissen erhalten und kann weitergeben werden.

Für Bewerber bietet es größtmögliche Flexibilität, insbesondere für Mütter und Väter. Klassische Teilzeitstellen sind oft nicht die Jobs, die sich Bewerber aufgrund ihrer hohen Qualifikation vorstellen. Im Jobsharing wird es auch möglich, den Wunschjob in Teilzeit auszuüben. Sharing-Partner haben immer jemanden, mit dem sie eng und kooperativ zusammenarbeiten können. Das ist oft sehr motivierend, man lernt auch voneinander.

Bewerben sich zwei als Team, stellt sich die Frage, wie man die Bewerbung schreibt. Hier ein paar Tipps:

Das Anschreiben

Sie können sich sowohl auf ausgeschriebene Stellen als auch initiativ bewerben. Beim Jobsharing führen Initiativbewerbungen am häufigsten zum Erfolg, insbesondere wenn diese direkt an Entscheidungsträger gesendet werden.

Am besten stellen Sie sich mit einem Anschreiben vor. Machen Sie im Anschreiben deutlich, welche Vorteile Jobsharing für die Firma hat. Stellen Sie die Kompetenzen dar, die Sie zu zweit mitbringen. Zeigen Sie, dass Sie gemeinsam mehr können als einer alleine. Das kann zum Beispiel sein: zusammen sprechen Sie fünf Sprachen und verfügen über 10 Jahre Berufserfahrung. Die eine Person ist eher analytisch veranlagt, die andere hingegen sehr kreativ. Je konkreter Sie werden, desto besser für die Bewerbung. Denn viele Unternehmen haben zwar schon mal von Jobsharing gehört, wissen aber nicht wirklich viel darüber. Formulieren Sie ganz konkret, wie Sie sich die Organisation, die Aufteilung der Stelle vorstellen. Weisen Sie darauf hin, dass auch die Urlaubs- und Krankheitsvertretung geregelt ist. Einer ist immer da. Jeder kennt die Themen und Projekte des anderen und kann sie nahtlos bearbeiten.

Der Lebenslauf

Erstellen Sie einen gemeinsamen Lebenslauf. Zum Beispiel auf der linken Seite die eine Person und auf der rechten Seite die andere. So hat der Personaler auf einen Blick alle Informationen über die Qualifikation des Teams.

In Deutschland ist Jobharing noch nicht weit verbreitet, doch immer mehr Unternehmen interessieren sich dafür. Laut „Robert Half survey 2014″ bieten etwa 70 Prozent aller Firmen in Deutschland flexible Arbeitszeitmodelle an, aber nur etwa 15 Prozent erlauben Jobsharing. Allerdings bleiben die meisten Unternehmen, die es einmal ausprobiert haben, auch dabei. Spitzenreiter beim Jobsharing ist Großbritannien: Fast die Hälfte (48%) der britischen Arbeitgeber gestatten diese Option. In Belgien und den Niederlanden ist dieses Modell bei fast einem Viertel (23%) der Unternehmen verbreitet. Auch in Österreich lassen noch 22% der Firmen das Teilen einer Stelle zu; in der Schweiz und in Frankreich sind es jeweils 19%.

Seit 2013 gibt es die Jobsharing-Plattform Tandemploy. Die Plattform bringt nicht nur Menschen zusammen, die sich als Team zusammenschließen möchten, sondern ermöglicht auch den Kontakt zu Unternehmen, die dem Modell offen gegenüber stehen. Eine Übersichtsseite listet Arbeitgeber, die offen für das neue Modell sind, und unter „Tandempartner finden“ stellen sich die Teilungswilligen mit ihrem jeweiligen Profil vor.

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