Das Ende der Bewerbungsunterlagen

shutterstock_344887061Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse –  die klassische Bewerbung ist Vergangenheit, so steht es jedenfalls in diversen Medien. Soziale Netzwerke und neue Online-Technologien würden die klassische Bewerbung ersetzen. Unternehmen müssten kreativer und flexibler agieren. Es heißt, wer entsprechende Lösungen nicht anböte, verpasse Rekrutierungschancen.

Keine Frage, die jungen Bewerber sind online unterwegs, setzen ihr Handy bei der Jobsuche ein, und für Unternehmen ist die Online-Präsenz Pflicht.

Viele große Unternehmen wie z.B. Otto Group, Telefonica und Daimler TSS nutzen bereits gezielt E-Recruiting-Kanäle wie Social Media Recruiting, Mobile Recruiting und Online-Jobbörsen für ihre Personalgewinnung.

Otto hat sogar das Anschreiben bei Bewerbungen ganz abgeschafft. Lediglich eine beantwortete Motivationsfrage sorgt für eine persönliche Note in der Bewerbung. Auch Telefónica (O2/E-Plus) und Daimler TSS gehen diesen radikalen Schritt. Bei Daimler TSS kann sich der  Bewerber stattdessen per Video präsentieren, in 15 Sekunden oder auch länger. Dann noch den XING-, LinkedIn- oder Facebook-Account angeben oder einfach die E-Mail-Adresse – und schon ist der Bewerbungsvorgang erst einmal erledigt.

Die Hürden werden im  Bewerbungsprozess  so weit wie möglich gesenkt, um die Abbruchrate so gering wie möglich zu halten.

Interviews werden über Skype geführt oder andere Konferenz-Tools wie Adobe Connect. Lebensläufe werden mittels One-Click-Bewerbungsverfahren verschickt, Jobsuchende bewerben sich per Video. Die One-Click-Bewerbung, also die minimale Aktion, bei der Social-Media-Profildaten importiert werden oder ein Link auf das eigene Profil an das Unternehmen gesendet wird, ist heute die einfachste Form der Bewerbung.

Auch zahlreiche Studienergebnisse legen die Abkehr von klassischen Anschreiben, Bewerbungsfotos und Lebensläufen nahe.

Doch nicht für jede Position gelten die vereinfachten Bewerbungs-Spielregeln. Wo es absehbar viele Bewerbungseingänge gibt, schraubt der Arbeitgeber seine Anforderungen an den Prozess eher herauf als herunter. Mehrere Klicks sind die Regel, das elektronische Versenden von Anschreiben, Lebenslauf uns allen Zeugnissen komplettiert das Verfahren, und ein einfacher Verweis auf ein XING- oder anderes Profil reichen dem Recruiter für seine Vorauswahl nicht aus.

Fazit: Die neuen technischen Möglichkeiten erlauben es dem Arbeitgeber, das von ihm gewünschte Bewerbungsverfahren für jede Stelle oder jede Region den Anforderungen anzupassen. Angebot und Nachfrage bestimmen das Vorgehen des Recruiters.