Das Großraumbüro als Produktivitätskiller

shutterstock_197662805„When the walls come down“ überschreibt das Markforschungsinstitut Oxford Economics seine Studie zum Thema Großraumbüro. Befragt wurden 1.200 Arbeitnehmer verschiedener Altersgruppen, etwa die Hälfte davon gehören in die Gruppe der Millennials.

Nicht nur die älteren, sondern auch die jüngeren Mitarbeiter fordern mehr Ruhe und weniger Stress. Ihnen sind kostenfreie Snacks und Getränke, Tischtennis-Platten und Fußball-Kicker nicht so wichtig wie die Möglichkeit, konzentriert und ohne Unterbrechung arbeiten zu können. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie Lärm nervt und von der Arbeit ablenkt. Kostenloses Essen und Kinderbetreuung spielten nur bei 7 Prozent der Befragten eine Rolle.

Diese Studie und auch viele andere Medienberichte kommen zu dem Schluss, dass Großraumbüros zwar die Kommunikation und Zusammenarbeit fördern, aber auch zu Unproduktivität und Unzufriedenheit führen. Viele Mitarbeiter haben daher eigene Strategien entwickelt,  um dem Lärm zu entfliehen: Sie hören Musik über Kopfhörer, suchen sich einen anderen Platz zum Arbeiten oder gehen mal raus.

Neu ist diese Erkenntnis nicht. Dennoch setzen viele Unternehmen auf Großraumkonzepte, weil sie davon ausgehen, dass das miteinander Arbeiten nur funktioniert, wenn man auch nebeneinander sitzt. Da die meisten Führungskräfte in eigenen Büros sitzen, unterschätzen sie die Folgen von Lärm. Lautstärke im Großraumbüro ist für sie ein  Zeichen von Zusammenarbeit. Die Mitarbeiter erleben den konstant hohen Geräuschpegel dagegen als Belastung und Stress. Sie versuchen, sich von den Geräuschquellen, also von den Kolleginnen und Kollegen, zu distanzieren und abzugrenzen.

Geoffrey James vom  Inc. Magazine hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und empfiehlt Unternehmen zwei Regeln, die das Lärmproblem einfach und kostenfrei lösen.

Erstens: Kopfhörer oder Ohrstöpsel sind erlaubt.

Zweitens: Wer einen Kopfhörer benutzt, wird nicht gestört.

Die Kopfhörer ersetzen die Wände. Mitarbeiter können sich zurückziehen, sich auf ihre Arbeit konzentrieren und darauf verlassen, dass sie nicht unterbrochen werden. Die Produktivität steigt, die Zufriedenheit auch.

Fazit: Großraumbüros fördern die Kommunikation und die Transparenz, sind aber kein Modell für Kosteneinsparungen. Denn Investitionen in Lärmschutz und Rückzugsmöglichkeiten sind unverzichtbar für die Zufriedenheit der Mitarbeiter.