Die sechs wichtigsten Methoden der Weiterbildung – und wo Sie sie finden

Ohne lebenslanges Lernen geht es heutzutage nicht mehr. Berufliche Kenntnisse müssen fortwährend aufgefrischt und an die neuen Anforderungen angepasst werden. Methoden, Prozesse und technische Lösungen ändern sich. Wer da nicht immer auf dem Laufenden ist, verliert den Anschluss.

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Für die berufliche Weiterbildung gibt es eine ganze Reihe von Lernformen, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Wer beim Lernen feste Strukturen und Anleitung benötigt, für den ist der Präsenzunterricht geeignet. Wer lieber mit digitalen Medien und zu flexiblen Lernzeiten lernt, für den ist E-Learning passend. Längst werden Kurse auch online per MOOC (Massive Open Online Cours) oder als Blended Learning, also in der Kombination aus Präsenzveranstaltungen und E-Learning, durchgeführt. Wir stellen Ihnen hier einige Lernformen vor.

Welche Lernformen gibt es?

1. Präsenzunterricht

Beim Präsenzunterricht werden im gemeinsamen Klassenverband Lehrinhalte von Dozenten mit Praxiserfahrung und pädagogischer Kompetenz vermittelt. Aktive Gruppenarbeiten, Präsentationen oder Teamarbeit sind möglich. Es kann eine persönliche Bindung zu Dozenten und anderen Teilnehmern entstehen. Gerade für Menschen im Jobwechsel oder Arbeitssuchende ist der Austausch mit anderen Teilnehmern mindestens ebenso wichtig wie der Erwerb fachlicher Inhalte.

2. E-Learning

Ob Smartphone, Laptop oder Tablet – mobile Geräte sind aus unserem Berufs- und Privatleben nicht mehr wegzudenken. Der größte Vorteil digitaler Medien in der berufsbegleitenden Weiterbildung ist, jederzeit und überall lernen zu können, ob morgens in der Bahn, in der Mittagspause, im Café oder abends zu Hause am Schreibtisch. Es können Kurse gewählt werden, die genau dem Lernniveau und Lerntempo des Teilnehmers entsprechen. Kurze Lerninhalte können in den Alltag integriert werden. Es entstehen keine Reisekosten. Das Wissen kann über Tests überprüft werden. Beim E-Learning fehlt allerdings ein persönlicher Austausch und es ist eine hohe Eigenmotivation gefordert.

3. Blended Learning

Der Begriff „Blended Learning“ bedeutet „vermischtes Lernen“. Beim Blended Learning handelt es sich um eine Kombination aus Lernen mit schriftlichem Lernmaterial, digitalen Medien, Webinaren und Seminaren sowie persönlicher Betreuung durch Tutoren oder Dozenten. Präsenzlernen und online Lernen werden also bestmöglich kombiniert, so dass der Teilnehmer so wenig wie möglich an starre Lernzeiten gebunden ist. Blended Learning gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen mit unterschiedlichen Anteilen an Präsenz- und Onlinephasen. Der Vorteil beim Blended Learning liegt insbesondere darin, dass die Teilnehmer die Möglichkeit haben, Wichtiges zu klären und ausreichend Informationen zu erhalten, um dann dem eigenen Lernrhythmus entsprechend zu lernen. Der fachliche Austausch erfolgt über interaktive Kommunikationssysteme. Hierbei ist aber auch ein hohes Maß an Eigenmotivation und Disziplin gefordert.

4. Kollegiales Lernen

Beim kollegialen Lernen setzt sich die Gruppe aus Teilnehmern unterschiedlicher Fachbereiche zusammen, was einen lebendigen Austausch und Lernen von und miteinander möglich macht. In einer kleinen, vertrauten und selbst organisierten Gruppe oder Lernpartnerschaft werden individuelle, konkrete Fragen systematisch bearbeitet. Dies geschieht zu Beginn unter Anleitung und später eigenständig. Kollegiales Lernen hilft insbesondere bei der Kooperation zwischen Teams, Bereichen und Disziplinen und ermöglicht für alle Beteiligten den nützlichen Blick über den Tellerrand.

5. Virtuelle Klassenräume

Beim Virtuellen Klassenraum sind die Teilnehmer über Monitore mit ihren Mitteilnehmern und Dozenten verbunden, so ist ein synchrones Arbeiten möglich. Am häufigsten wird Live-E-Learning eingesetzt. Dabei sitzen die Teilnehmer zur gleichen Zeit vor ihrem PC und lernen. Wie bei einer Vorlesung wird eine solche Sitzung von einem Dozenten geleitet, der auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen kann. Das Virtuelle Klassenzimmer wird viel zur beruflichen Weiterbildung am Arbeitsplatz genutzt und ist auf zahlreichen Fremdsprachenplattformen zu finden.

6. MOOC (engl. Massive Open online courses)

Hierbei handelt es sich um kostenlose Online-Schulungen, die allen offen stehen, ohne Teilnahmevoraussetzungen oder Teilnehmerbegrenzungen. Die meisten MOOC-Nutzer haben einen akademischen Hintergrund. Die Lerneinheiten sind meist 90 Minuten lang. Die Lernenden organisieren sich selbst und lernen gemeinsam. Fragen und Aufgaben können von anderen Kursteilnehmern beantwortet und korrigiert werden. Im deutschen Sprachraum lassen sich MOOCs auf folgender Plattform finden: https://www.opencourseworld.de/.

 

Wo finde ich die richtige Weiterbildung?

Die richtige Weiterbildung zu finden, ist schwierig. Das Angebot ist groß und teilweise unübersichtlich. Auf den folgenden Internetseiten finden Sie Unterstützung.

 1. Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest

Der kostenlose Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest unterstützt mit interaktiven Tools bei der Suche nach der passenden Weiterbildung: http://weiterbildungsguide.test.de/

2. Hamburgs Kursportal WISY

WISY bietet Kurse, Seminare oder Studiengänge zu allen Themenfeldern der Weiterbildung in Hamburg (Vollzeit, Teilzeit und Fernunterricht). Den schnellen Vergleich ermöglicht die tabellarische Form der wichtigsten Kursmerkmale – sortierbar nach Ihren Prioritäten: http://hamburg.kursportal.info/

3. Weiterbildungs-Informations-Systems (WIS)

Im WIS stellen die Betreiber IHK und DIHK eine bundesweite Suche nach Seminaren, Trainern und Prüfungen zur Weiterbildung bereit: http://wis.ihk.de/

4. Semigator.de

Semigator.de ist ein Online-Marktplatz für Weiterbildungen, Seminare, Tagungen und Kongresse in Deutschland. Sie können aus über 50.000 Angeboten von über 1.500 Veranstaltern auswählen. https://www.semigator.de/

5. Metasuchen in Datenbanken

Sie können aber auch per Metasuche alle Datenbanken gleichzeitig durchsuchen. Die Metasuchmaschine InfoWebWeiterbildung hilft, sich schnell einen Überblick zu verschaffen: http://www.iwwb.de/.

6. Die Qualität ist wichtig

Doch nicht alle Weiterbildungen halten, was sie versprechen. Achten Sie auf Gütesiegel und Zertifikate. Das Bundesinstitut für Berufsbildung zeigt in einer Checkliste, wie Sie bei der Auswahl vorgehen sollten: http://www.bibb.de/de/checkliste.htm.

7. Förderungsmöglichkeiten

Unter http://www.foerderdatenbank.de/ finden Sie einen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

8. KURS-Datenbank der Arbeitsagentur

Kursnet ist Deutschlands größte Datenbank im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung: http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs/.

Wo finde ich kostenlose Online-Lernplattformen?

Wer online lernen möchte, der findet gerade im Sprachbereich einige kostenlose Online-Lernplattformen. Hier zwei der beliebtesten Angebote:

1. Duolingo:

Eine der beliebtesten Online-Sprachangebote im Netz. Diese Plattform hat ein großes Angebot und ist weitestgehend kostenlos. Sie kann wahlweise über den Browser oder als App für iOS und Android genutzt werden.

2. Babbel:

Babbel funktioniert ähnlich wie Duolingo. Diese Plattform verfügt über ein umfangreiches Angebot, vieles ist kostenlos und kann über den Browser oder per App für iOS und Android genutzt werden.

 

Weiterbildungen sind kein Makel, der auf Wissenslücken schließen lässt, noch sind Weiterbildungen nur für Aufsteiger gedacht. Weiterbildung bedeutet persönliche Weiterentwicklung und eröffnet neue Möglichkeiten. Weiterbildungen steigern den eigenen Wert am Arbeitsmarkt.