Jobwechsel – nach drei bis fünf Jahren sollten Sie gehen

Waren häufige Jobwechsel früher noch ein Makel, gehören sie heute zur Normalität. Wer Karriere machen will, sollte nicht allzu lange im selben Job bleiben, empfehlen Experten. Gerade in schnelllebigen Branchen wie im IT-Bereich kann sich ein zu langes Verharren in der gleichen Position negativ auf die Karriere auswirken. Länger als drei Jahre ohne Positionswechsel oder ohne neue Themen und Aufgaben sind kritisch für alle, die mehr wollen: mehr Verantwortung, mehr lernen, mehr Gehalt. Wer zufrieden ist in seinem Beruf (und das ist letztlich jedem Arbeitnehmer zu wünschen), kann ohne Schwierigkeit viele schöne Jahre in derselben Position verbringen.

shutterstock_244701391Der Schritt zum Jobwechsel erfordert Mut. Laut einer Forsa-Umfrage denkt aber jeder Dritte über einen Jobwechsel nach. Etwa 6 Prozent suchen sogar aktiv nach einer neuen Anstellung. Der primäre Grund für einen Jobwechsel sind Karriere-Perspektiven gefolgt von höherer Bezahlung bzw. Zusatzleistungen.

Jobs sind verschieden, Unternehmen sind verschieden und doch kann der Lebenszyklus eines jeden Jobs in sieben Phasen eingeteilt werden, so sehen es erfahrene Karriere-Experten. In welcher Phase befinden Sie sich?

Phase 1: Die ersten Wochen im Unternehmen

Sie haben hohe Erwartungen, fühlen sich hochmotiviert. Sie sind davon überzeugt, dass es viel besser als in Ihrem alten Unternehmen ist.

Phase 2: Nach 3-10 Wochen

Die erste Frustration setzt ein. Nicht alles ist optimal, manches war sogar in Ihrem alten Unternehmen besser.

Phase 3: Im ersten Jahr

Sie steigern stetig Ihre persönlichen Leistungen und werden ein wichtiges Teammitglied.

Phase 4: Ab dem zweiten Jahr

Ihre Ergebnisse sind solide. Von jetzt an haben Sie so gut wie alle Bereiche Ihres Jobs verstanden, ohne besondere Anstrengung. Routine setzt ein.

Phase 5: Drittes bis fünftes Jahr

Nach drei bis fünf Jahren erreichen Sie Ihre Bestleistungen. Sie beherrschen alle Aufgaben, haben sich eine gute Reputation erarbeiten und verfügen über ein gut funktionierendes internes wie externes Netzwerk. Sie haben den Höhepunkt Ihrer Karriere im Unternehmen erreicht.

Phase 6: Die Motivation sinkt

Sie beginnen an der Firmenstrategie, an der Kompetenz Ihres Chefs zu zweifeln. Sie sind nicht mehr mit allem einverstanden. Sie fangen an über einen Jobwechsel nachzudenken.

Phase 7: Das Ende naht

Sie sind sehr frustriert und müde, wenn Sie aufstehen müssen. Vielleicht reden Sie sogar schlecht über Ihren Chef, über die Firma. Kleinigkeiten lösen bei Ihnen Stress aus. Ihre Kollegen merken, dass etwas mit Ihnen nicht stimmt. Ihre Frustration hat einen erheblichen negativen Einfluss auf Ihre Familie und Ihre Gesundheit. Sie fühlen sich verbraucht und abgenutzt.

Wenn Sie die sechste Phase erreicht haben, ist Ihre Karriere in dieser Position im Unternehmen zu Ende, so die Experten. Entweder erholen Sie sich jetzt, lassen sich intern versetzen oder sie verlassen die Firma.

Die meisten Arbeitnehmer kündigen in Phase 6 oder 7, wenn Ihre Ergebnisse nachlassen.  Laut Personalberater Jörg Stegemann ist das nicht der beste Moment zu gehen. Man sollte gehen, wenn man noch erfolgreich ist, wenn man als Top-Performer wahrgenommen wird. Bleiben Sie aber bis zur Phase 6 oder 7, hat das einen negativen Einfluss auf Ihren weiteren beruflichen Weg. Sie sind ohne Power, ohne Energie und das nehmen Sie mit zum nächsten Arbeitgeber. Der beste Moment, um zu gehen, ist in Phase 5, wenn Sie am Höhepunkt Ihrer Leistung sind.

Fazit: Eine generelle Karriereformel gibt es sicherlich nicht. Wie oft und wann ein Jobwechsel sinnvoll ist, ist individuell. Doch sprechen die Erfahrungswerte vieler Personalverantwortlicher für einen Wechsel nach drei bis fünf Jahren.