Serie: Weiterbildung digital – Sprachen online lernen

Serie: Weiterbildung digital Sprachen online lernenWeiterbildung und lebenslanges Lernen ist angesichts der technischen und demografischen Veränderungen wichtiger denn je. Wer sein Wissen erweitern möchte, kann das im Internet auf vielfältige Weise tun.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Beim Lernen im Internet kann man Zeit und Ort des Lernens selber bestimmen. Jeder Lernende organisiert sein Pensum selber. Der Austausch mit anderen Lernenden oder dem Lehrer erfolgt über Foren, Blogs, Chats oder per E-Mail. Online-Weiterbildungen gibt es mittlerweile in fast allen Themenbereichen.

Gerade das Erlernen, Auffrischen und Vertiefen einer Sprache via Internet liegt im Trend.  Doch wie finde ich einen guten Online-Kurs?

In Teil 1 unserer Serie „Weiterbildung digital“ stellen wir Ihnen einige Sprachlerntools vor:

Babbel

Babbel bietet 14 Lernsprachen zu Themenbereichen wie Reise, Sport und Gastronomie. Auch berufliche Themen wie Verhandlung, Projektmanagement oder Präsentationen werden ausgiebig berücksichtigt. Babbel setzt auf ein vielseitiges Lernkonzept. Die Sprache wird von Anfang an gesprochen, geschrieben und gehört. Mit der Spracherkennungssoftware wird das Lernen der richtigen Aussprache unterstützt.

Interaktive und abwechslungsreiche Übungen werden mit bewährten Lernmethoden kombiniert. Es gibt Grammatik- und Vokabeltrainer wie auch Lese-, Hör- und Schreibaufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Allerdings werden nicht alle Sprachen bis zum höchsten C-Niveau angeboten.  Die virtuellen Sprachkurse können auch per App genutzt werden. Seit kurzem gibt es sogar eine Sprachlern-App, die sich gezielt an Unternehmen richtet.

Babbel ist kostenpflichtig. Nach einer kostenfreien Anmeldung kann man die erste Lektion jedes Kurses jeder angebotenen Sprache kostenlos testen. Es gibt vier verschiedene Abo-Laufzeiten. Der Preis (ab 4,95 Euro pro Monat bei 12 Monaten Laufzeit) ist aber relativ günstig.

 

Lingorilla

Lingorilla.com setzt auf das Erlernen von Sprache mithilfe von Videos mit Untertitel. Sowohl online als auch mobil können Anfänger und Fortgeschrittene Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Deutsch als Fremdsprache lernen.

Lingorilla filmt alltägliche Gesprächssituationen mit muttersprachlichen Schauspielern. Die vermittelten Sprachkenntnisse wie Vokabular und Grammatik, aber auch die Aussprache und Anwendung, stehen im Kontext einer landes- und kulturtypischen Atmosphäre. Lingorilla unterstützt dabei den Lernenden durch eine Reihe hilfreicher Funktionen wie an- und ausschaltbare Untertitel, Transkripte, Glossare, ein integriertes Online-Wörterbuch und Lernmaterial im Downloadbereich.

Zu jedem Video gibt es eine Vielzahl von interaktiven Übungen und Lernspielen, mit denen die Sprachkenntnisse abgefragt und weiter ausgebaut werden. Dabei kann man seinen Lernfortschritt selbst kontrollieren. Alle Videokurse sind bestimmten Schwierigkeitslevels zugeordnet. Lingorilla unterscheidet nach A-Kursen für elementare Sprachverwendung, B-Kursen für selbständige Sprachverwendung und C-Kursen für kompetente Sprachverwendung.

Lingorilla ist kostenpflichtig. Es gibt drei Kurslaufzeiten. Die kürzeste Abolaufzeit ist 3 Monate für 19.99 Euro pro Monat. Bei 6 Monaten kostet der Kurs 14,99 Euro pro Monat und bei 12 Monaten 9,99 Euro monatlich.

 

Rosetta Stone

Rosetta Stone vermittelt Sprache intuitiv mit einer Kombination aus Worten, Bildern, Hör- und Sprechübungen. Sie basiert auf der Dynamic-Immersions-Methode. Im Kern imitiert die Methode die Art, wie man als Kind seine Muttersprache gelernt hat. Die Übungen bestehen hauptsächlich aus Zuhören und Zuordnen von Bildern.

Rosetta Stone ist in über 20 Sprachen verfügbar. Mit Hilfe der innovativen Spracherkennung können Lernende ihre Aussprache verbessern. Der Onlinezugang bietet neben dem regulären Lernprogramm, Extras wie Live Online-Unterricht mit vier Sessions pro Monat, geführt von Muttersprachlern. Für eine Reihe von Sprachen bietet Rosetta Stone Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse an.

Das Programm ist kostenpflichtig und nicht gerade günstig. Es steht eine App zur Verfügung. Bis zu 399 Euro muss der Nutzer normalerweise für die Software zahlen. Als Alternative gibt es die Online-Version. 12 Monate für 275 Euro, 6 Monate für 180 Euro. Die erste Einheit zum Testen ist kostenlos.

 

Duolingo

Duolingo ist wie ein Spiel aufgebaut. Der Lernende absolviert verschiedene Levels, die in Einheiten unterteilt werden. Absolviert man eine Einheit fehlerfrei, gelangt man in das nächsthöhere Level. Bunt illustrierte Bilder motivieren den Lernenden. Wer Vorkenntnisse hat, kann dies in Tests beweisen und bei Erfolg beliebig viele Stufen überspringen.

Duolingo bietet Englisch, Französisch und Spanisch mit Deutsch als Ausgangssprache. Italienisch, Schwedisch, Türkisch, Russisch, Vietnamesisch und andere Sprachen sind mit Englisch als Ausgangssprache erlernbar.

Bei Duolingo kann man sich auch mit Freunden verbinden, einen Sprachclub gründen oder Übungen anderer Nutzer kommentieren.

Grundsätzlich ist das Angebot kostenfrei, es enthält aber Werbung. Seit kurzem gibt es für einige wenige Android-Nutzer ein Premium-Angebot, Duolingo Plus, gegen eine monatliche Gebühr von 9,99 Dollar. Bei Duolingo Plus werden alle Werbebanner ausgeschaltet und die Kurse lassen sich offline nutzen.

 

Yabla

Yabla vermittelt die Sprache fast vollständig anhand von Videokursen. Auf Yabla kann man Spanisch, Französisch, Englisch, Italienisch und Deutsch lernen. Der Fokus dieses Sprachkurses liegt auf dem Sprachverständnis und der richtigen Aussprache. Dem Lernenden werden u.a. Musikvideos, Serien mit Untertiteln und ohne Untertitel gezeigt. Zu den Videos gibt es verschiedene Aufgabenstellungen. Ein Vokaltrainer und ein integriertes Wörterbuch bieten Hilfestellungen beim Lernprozess.

Bei Yabla haben Sie die Auswahl zwischen drei verschiedenen Laufzeiten. Bei einem monatlichen Abo zahlen Sie 8,95 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von 3 Monaten zahlen Sie gesamt 49,95 Euro und bei 12 Monaten 89,95 Euro. Sie können Yabla nicht testen, dafür gibt es aber für jede Sprache kostenfreie Demovideos. Außerdem gewährt Ihnen Yabla eine 14-tägige Geld-zurück-Garantie. Es steht eine eigene iOS-App zur Verfügung, eine Android-App gibt es aber nicht.

 

EF Englischtown

Englishtown ist eine der größten Plattformen zum Englisch lernen. Als erstes wird ein Einstufungstest durchgeführt, um den Lernenden nicht zu unter- oder überfordern. Eine Lektion dreht sich immer um ein bestimmtes Thema. Dazu gibt es eine Vokabelseite, einen Grammatikteil, ein Video und einen Abschlusstest. Alle wichtigen Themen im Bereich Alltag und Beruf werden behandelt.

Es wird Gruppen- und Privatunterricht angeboten. Außerdem bereitet das Programm auf den TOEFL und TOEIC-Test vor. Die interne Community bietet den Austausch mit Lernenden aus der ganzen Welt.

Einen Monat lang kann der Sprachkurs getestet werden und kostet nur einen Euro. Danach zahlt der Nutzer 49 Euro pro Monat.

 

Busuu

Busuu funktioniert fast wie ein soziales Netzwerk. Ein weltweites Netzwerk von Muttersprachlern hilft dabei, eine der angebotenen Sprachen zu lernen. Schreib- und Sprechübungen können direkt von Muttersprachlern aus der Community korrigiert werden. Eine Videochat-Funktion ermöglicht sogar Sprachtandem-Partnerschaften.

Busuu bietet 12 verschiedene Sprachkurse an. Sämtliche Kurse werden lediglich bis zum B2-Niveau angeboten.

Die kostenlose Basismitgliedschaft ist deutlich abgespeckt. Der Premium-Account kostet von 5,48 Euro bis 9,99 Euro im Monat. Es steht eine iOS-wie auch eine Android-App zur Verfügung.

 

Fazit: Eine Sprache lernen oder auffrischen kann in vielen Bereichen hilfreich sein. Welcher Sprachlernkurs der richtige ist, hängt vom jeweiligen Lerntyp und vom Lernniveau ab. Nicht jeder Online-Kurs bietet alle Sprachniveaus an. Wichtig ist auch zu erkennen, welche Lernmethode einem am besten liegt und womit man die größten Erfolge erzielen kann.

In der nächsten Ausgabe zeigen wir Ihnen, wie Massive Open Online Courses (MOOCs) den Weiterbildungsmarkt erobern.