Führungskräfte im Sandwich – Druck von allen Seiten

Fuehrungskraefte_im_Sandwich-Druck_von_allen_SeitenUnternehmen stehen vor der permanenten Herausforderung, ihre Leistungen und Produkte den wechselnden Anforderungen des Marktes anzupassen. Überall gibt es Veränderungen. Doch wie viel Veränderung ist im Unternehmen machbar? Eine Schlüsselrolle in einem Veränderungsprozess spielen die Führungskräfte. Oft wird ihnen dabei viel zu gemutet. Denn sie sollen alles auf einmal schaffen: das hohe Arbeitspensum aus dem Tagesgeschäft plus verschiedene Change-Prozesse, die parallel laufen.

Wie kommen Führungskräfte damit zurecht? Fühlen sie sich überfordert?

Die aktuelle Studie der Mutaree GmbH „Macht Change krank“ belegt, dass Change-Projekte als Stress und Belastung empfunden werden. An der Studie nahmen 271 Befragte aus zwölf Branchen teil (160 Führungskräfte und 111 Mitarbeiter).

Aktuell laufen bei 50 Prozent aller Befragten fünf bis zehn Change-Projekte parallel. Und das bei gleichbleibender Arbeitsbelastung aus dem Tagesgeschäft.

Für 2017 gaben die Teilnehmer an, dass 60 Prozent und mehr ihrer regulären Arbeitszeit von Change-Projekten in Anspruch genommen wurde. Für 2018 gehen 52 Prozent der Befragten davon aus, dass diese Belastung anhält.

Mehr als die Hälfte der Befragten stufen diese Projekte aber dennoch als sehr wichtig ein.

Bei der Frage, welchen besonderen Belastungen die Befragten im Rahmen von Change-Projekten ausgesetzt waren, steht an erster Stelle die hohe Arbeitsverdichtung, gefolgt von Zeitdruck, Überstunden, Unsicherheit durch fehlende Orientierung und mangelnde Einflussmöglichkeiten.

Und das ist nicht alles: 46 Prozent haben zudem Konflikte mit Kollegen. 31 Prozent der Führungskräfte sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und 30 Prozent fühlen sich überfordert durch neue Anforderungen. Immerhin 25 Prozent leiden unter dem Wegbrechen sozialer Bindungen und neun Prozent unter Mobbing.

Viele Unternehmen haben bereits erkannt, dass es notwendig ist, diesem Leistungsdruck entgegenzuwirken. Sie investieren in Gesundheitsprogramme für ihre Mitarbeiter, allerdings auch dies bei gleichbleibender Arbeitsbelastung.

Fazit: Unternehmen sollten sich dessen bewusst sein, dass Change-Prozesse besondere Anforderungen an die Führungskräfte und Mitarbeiter stellen. Langfristig profitieren Unternehmen davon, wenn sie für Arbeitsbedingungen sorgen, die gesundheitserhaltend bzw. fördernd sind. Gesundheitsprogramme helfen aber nur dann, wenn die Überforderung abnimmt. Es gilt also, Change-Prozesse mit Gesundheitsprogrammen so zu verknüpfen, dass die Belastung für die Beteiligten zukünftig so niedrig wie möglich gehalten wird.