6 Bausteine für mehr Sinn-Erleben ihrer Mitarbeiter

6_Bausteine_fuer_mehr_Sinn-Erleben_ihrer_MitarbeiterImmer wieder taucht in Unternehmen das Thema Führungsqualität auf. Wie geht gute Führung und wie kann man sie messen?  Welches Verhalten von Führungskräften begünstigt das Sinn-Erleben der Mitarbeiter?

Diesen Fragen sind Dr. Nico Rose (Vice President Employer Branding & Talent Acquisitions bei Bertelsmann) und Prof. Dr. Michael Steger von der Colorado State University nachgegangen. In einer empirischen Studie mit etwa 600 deutschen Manager/innen haben sie untersucht, was gute Führung ausmacht. Grundlage der Studie ist eine Online-Befragung, die unter anderem im letzten Jahr auf Netzwerken wie XING und LinkedIn zur Verfügung stand.

Dabei wurde der von Ihnen neu entwickelte KAARMA-Index eingesetzt. KAARMA steht für Klarheit, Authentizität, Aktualisierung, Respekt, Mehrwert und Autonomie. Zu jedem Baustein wurden vier Fragen konzipiert.

Die sechs Bausteine für mehr Sinn-Erleben:

Klarheit: Mitarbeitern regelmäßig die Ziele ihres Tuns und der Organisation verdeutlichen.

Authentizität: Führungspersonen sollten sich authentisch in ihrer Rolle verhalten.

Aktualisierung: Den Aufgabenbereich der Mitarbeitenden so individualisieren, dass die Arbeit dessen Stärken und Motiven möglichst nahe kommt.

Respekt: Mitarbeitende respektvoll behandeln.

Mehrwert: Mitarbeitenden aufzeigen, wie ihre Arbeit zum Erfolg des Gesamtsystems beiträgt.

Autonomie: Möglichst viele Entscheidungen an die Mitarbeitenden delegieren.

Laut der Studie besteht am meisten Nachholbedarf beim Baustein „Aktualisierung“. Führungskräfte würden zu wenig auf die individuellen Stärken und Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen.

Führung hat einen starken Einfluss auf das Sinn-Erleben der Mitarbeiter: Es ist bei Mitarbeitern mit überdurchschnittlichen Führungskräften um 58 Prozent höher als bei denen mit durchschnittlichen Führungskräften. Das positive Aufgehen in der Arbeit, das sogenannte Flow-Erleben, ist sogar um 61 Prozent höher. Auch das Gefühl von Stolz ist um gut zwei Drittel höher und die Zufriedenheit mehr als doppelt so hoch.

Das Engagement ist dagegen nur um knapp ein Drittel erhöht, was wiederum zeigt, dass die Motivation offenbar nicht unter schlechter Führung leidet.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die Wechselabsicht bei schlecht geführten Mitarbeitenden um 135 Prozent höher ist. Jeder Mitarbeiter, der frustriert wechselt, nimmt wertvolles Wissen mit und  hinterlässt Lücken. Das Füllen dieser Lücken durch Rekrutierung und Training kostet nachweislich Unternehmen sehr viel Geld.

Die Studie zeigt auch, dass unerfahrene Vorgesetzte (weniger als zwei Jahre Führungserfahrung), schlechtere KAARMA-Werte attestiert wurden. Der Übergang von einer Fach- zu einer Führungskraft ist keineswegs leicht. Führungsqualitäten müssen erlernt werden. Insbesondere das Thema Selbstwahrnehmung spielt hier eine große Rolle.

In der Studie wurde zusätzlich gefragt, ob die Mitarbeiter ihre Führungskraft einem Freund oder Kollegen empfehlen würden. Dabei kam heraus, dass zwischen der Bereitschaft zur Weiterempfehlung der Führungskraft an einen Freund oder Kollegen und der wahrgenommenen Qualität der Führungskraft eine große Übereinstimmung besteht.

Daraus lässt sich fast ableiten, dass die Führungsqualität mit nur einer Frage messbar wäre und zwar mit der Frage nach der Weiterempfehlung der Führungskraft.

Fazit: Gute Führung macht den Unterschied. Die Führungsqualität entscheidet darüber, ob Mitarbeiter motiviert und sinnerfüllt bei der Sache sind oder während ihrer Arbeitszeit nach einem neuen Job Ausschau halten. Unternehmen sind gut beraten, in die Führungsqualität ihrer leitenden Mitarbeiter zu investieren.