Zu alt für einen neuen Job?

Zu_alt_fuer_einen_neuen_JobWir suchen Dich oder das erwartet Dich bei uns. In Stellenanzeigen wird immer häufiger geduzt. Unternehmen wollen mit einer offenen und angenehmen Arbeitsatmosphäre punkten. Bewerber sollen sich gleich zugehörig fühlen. Doch das kommt nicht bei jedem gut an. Der junge Berufseinsteiger fühlt sich vielleicht gerade noch angesprochen, aber erfahrene Kandidaten empfinden diese Ansprache als nicht passend, sogar befremdlich.

Aber auch andere Formulierungen in Jobbörsen irritieren ältere Bewerber. Junge aufstrebende Unternehmen, Start-ups, suchen nach Mitarbeitern für ihr junges Team. Das Adjektiv „jung“ kommt überdurchschnittlich häufig vor, vor allem in Hinblick auf die Team-Zusammensetzung.

Unternehmen locken mit flachen Hierarchien, flexiblen Arbeitszeiten und Mitarbeiterveranstaltungen wie Beer Friday, Cocktailstunden, Chillout-Area, Hackathons, Tischtennis- und Kicker-Turnieren. Besonders häufig kommen diese Begriffe in Stellenanzeigen vor, wo es um Programmierung, Web, Grafik und Marketing geht.

In den Jobbörsen treffen Bewerber auch zunehmend auf schwer verständliche Jobtitel. Unternehmen suchen einen „Internal Auditor“, einen „Area Manager“, einen „Personal Assistant“, einen „Agilen Bug Hunter“ oder einen „Chief Product Owner. Die Internationalisierung mag ein Grund für die vielen englischsprachigen Jobtitel sein. Zum anderen liegt es aber auch an dem Drang der Unternehmen, in ihren Stellenausschreibungen besonders modern zu wirken.

Wie sollen ältere Bewerber damit umgehen?

Wenn man auf eine interessante Stellenanzeige stößt, sollte man sich bewerben und nicht vom „Du“ oder anderen Formulierungen abschrecken lassen. Es ist wichtig, das Alter nicht als Makel oder unüberwindbares Hindernis zu sehen. Die wenigsten Bewerbungen sind sofort von Erfolg gekrönt. Egal wie alt man ist, man muss immer wieder mit Absagen rechnen.

Was sollten erfahrenere Bewerber bei Ihren Bewerbungen beachten?

  1. Erfahrungen in den Fokus stellen

Ein großes Argument für ältere Arbeitnehmer ist die Erfahrung. Vermitteln Sie in den Bewerbungsunterlagen ihre Kompetenzen, ihr Fachwissen und zeigen Sie erfolgreich durchgeführte Projekte auf.

  1. Entwickeln Sie ein klares Stärkenprofil

Aber nicht nur die Berufserfahrung spricht für ältere Arbeitnehmer, sondern auch und insbesondere soziale Kompetenzen wie z.B. Zuverlässigkeit, Einfühlungsvermögen und Vertrauenswürdigkeit. Sie haben Höhen und Tiefen erlebt, wissen worauf es in Projekten ankommt, Sie können mit kritischen Situationen überlegt und vernünftig umgehen. Sie verfügen über viele Eigenschaften, die Sie oft gar nicht für bemerkenswert halten. Stellen Sie ihre spezifischen Fähigkeiten heraus und gleichen Sie dann diese mit den Bedürfnissen des Unternehmens ab.

  1. Motivation zeigen

Signalisieren Sie Erfahrung und Selbstbewusstsein sowie Motivation und Lernbereitschaft.

  1. Sich als Problemlöser darstellen

Stellen Sie sich als Problemlöser dar, nicht als jemand, der wie viele auch einen Job sucht.

  1. Netzwerk nutzen

Wer auf Jobsuche ist, sollte seine Kontakte nutzen. Wichtig ist auch, sich in sozialen Netzwerken zu präsentieren, wie z.B. XING oder LinkedIn oder gar einen Bewerberblog ins Leben zu rufen. So können Sie Interesse beim potentiellen Arbeitgeber wecken und zeigen, dass Sie auch in der digitalen Welt fit sind.

  1. Fortbildungen nennen

Benennen Sie passende Fort- und Weiterbildungen aus der jüngeren Vergangenheit. So zeigen Sie, dass ihr Fachwissen nicht veraltet ist und sie lernbereit sind.

Fazit: Seien Sie nicht zu selbstkritisch mit sich. Immer mehr Unternehmen setzen auf das Know-how der älteren Generation. Nicht umsonst holen einige Firmen ihre bereits in Rente befindlichen Mitarbeiter wieder zurück. Mit einer gut gestalteten Bewerbung stehen Ihnen nach wie vor die Türen auf dem Arbeitsmarkt offen.