Wie Networking, Körpergröße und Stimme die Karriere beeinflussen

Wer steigt am schnellsten auf? Netzwerken ist das Stichwort. Nicht der, der stets hervorragende Leistung abliefert und dessen Bereich am besten läuft, sondern der, der fast die Hälfte seiner Arbeitszeit mit Networking verbringt, macht am schnellsten Karriere. Das hat eine Untersuchung des Diplom-Psychologen und Spezialisten für Wirtschaftspsychologie Professor Dr. Florian Becker ergeben. 

In einem Interview mit dem Spiegel gibt Florian Becker sogar an, dass nur 10 Prozent der beförderten Führungskräfte auch gut in ihrem Job seien. Ein ernüchterndes Ergebnis. Wer gut netzwerken kann, innerhalb und außerhalb des Unternehmens, hätte auf dem Weg nach oben viele Vorteile.

Aber nicht nur die Kontakte spielen eine große Rolle, auch Äußerlichkeiten wie Ähnlichkeit mit dem Vorgesetzten, die Körpergröße, eine tiefe Stimme und Attraktivität korrelieren messbar mit Erfolg. Ungefähr 70 Prozent der Menschen, die sehr viel Erfolg im Beruf haben, sehen überdurchschnittlich gut aus.

Attraktive Menschen hätten mehr Selbstbewusstsein, würden besser kommunizieren können und von anderen Mitarbeitern als kompetenter wahrgenommen werden. Auch große Menschen und Mitarbeiter mit einer tiefen Stimme gelten als souverän und kompetent.

Mehr Körpergröße mache sich laut Becker auch bezahlt. Ein Zentimeter mehr Körpergröße würde ungefähr rund 250 Euro mehr Bruttogehalt im Jahr bringen. Das gelte für Männer und Frauen. „Männlich“ wirkende Frauen würden auch häufiger in Führungsposition gewählt werden.

Leidenschaft für den Beruf, langjährige Unternehmenszugehörigkeit und Erfahrungen hätten wenig Einfluss auf die Karriere, so Becker weiter. Hingegen hätten extrovertierte und proaktive Menschen gute Karten auf der Karriereleiter schnell nach oben zu klettern. Dynamisch und interessiert auftretende Mitarbeiter würden sich auch Mentoren im Unternehmen suchen, die wichtig für den Erfolg sind.

Fazit: Die Entscheidungen bei der Besetzung von Führungspositionen fallen oft nicht rational. Das ist nicht neu. Und trotzdem sollten Unternehmen diese Erkenntnisse ernst nehmen. Zu häufig wird nicht der Mitarbeiter befördert, der Leistung bringt, sondern der, der am besten vernetzt ist und sich in Szene setzen kann. Unternehmen verschenken dadurch wertvolles Potenzial.