Transfergesellschaft – eine Checkliste für Betriebsräte

Wird in Unternehmen Personal abgebaut, stehen gerade Betriebsräte in der Verantwortung. Die Einsetzung einer Transfergesellschaft kann dabei eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten sein. Eine Transfergesellschaft wird beauftragt, um Mitarbeiter, die von Kündigung bedroht sind, im Orientierungs- und Bewerbungs- oder Existenzgründungsprozess professionell zu begleiten und zu beraten. Ziel ist es Mitarbeiter in neue Arbeitsstellen zu vermitteln, damit Arbeitslosigkeit verhindert wird.

Inzwischen gibt es bundesweit über 400 Transfergesellschaften. Dabei ist Transfergesellschaft natürlich nicht gleich Transfergesellschaft. Der Betriebsrat hat somit neben der Steuerung des ohnehin emotional sehr aufreibenden Stellenabbau-Prozesses auch die schwierige Auswahl eines geeigneten Transferanbieters in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung mit zu treffen.

Bei der Entscheidungsfindung für ein passendes Beratungsunternehmen helfen folgende sachliche Auswahlkriterien:

Eine Checkliste:

  • Ist die Transfergesellschaft zertifiziert?
  • Welche Erfahrungen mit Personalabbau hat die Transfergesellschaft?
  • Welche Referenzen kann die Transfergesellschaft vorweisen?
  • Ist die Transfergesellschaft vor Ort ansässig?
  • Über welche Kenntnisse des regionalen Arbeitsmarktes verfügt die Transfergesellschaft?
  • Über welches Netzwerk im Bereich der Weiterbildung verfügt die Transfergesellschaft?
  • Wie sind die Vermittlungserfolge?
  • Wie sieht die Betreuung aus? Hat die Transfergesellschaft ausreichende Kapazitäten?
  • Welche Qualifikationen bringen die Berater mit?
  • Wie ist der Zugang zur zuständigen Agentur für Arbeit?
  • Ist das Kostenkonzept transparent?

Aber auch emotionale Faktoren wie Vertrauen in den Transferanbieter und seine Berater spielen eine nicht unwesentliche Rolle. Entscheidend für den Erfolg einer Transfermaßnahme ist –  und da sind sich alle Betriebsparteien einig, in der Rückbetrachtung die Zufriedenheit von Mitarbeitern nach der Transferzeit. Diese sollte ebenfalls als qualitativer Referenzwert aus anderen Projekten oder aus Empfehlungen anderer Betriebsräte aus anderen Unternehmen ergänzend eingeholt werden.