Das sind die wichtigsten Trends 2018 der Personalbeschaffung

Eine neue LinkedIn-Studie hat die wichtigsten Recruiting-Trends für 2018 ermittelt. Bei der weltweiten Umfrage wurden fast 9.000 Recruiter und Personalentscheider aus 39 Ländern befragt. Wir haben uns die Ergebnisse angeschaut und zeigen hier, was in der Personalbeschaffung im nächsten Jahr wichtig ist. Laut LinkedIn heißen die vier neuen Trends: Diversität, neue Interviewtools, Daten und künstliche Intelligenz.

1. Diversität

Diversität rückt immer stärker in den Fokus der Unternehmen. 78 Prozent der Unternehmen tun dies, um ihre Unternehmenskultur zu stärken, 62 Prozent, um die finanzielle Leistung zu verbessern und 49 Prozent für eine verbesserte Kundenpräsentation. Außerdem hilft es, in neue Märkte zu expandieren und internationale Kunden zu erreichen.

Wichtig dabei ist es, eine Umgebung zu schaffen, die unterschiedliche Meinungen respektiert und die Mitarbeiter ermutigt, bei der Arbeit sie selbst zu sein. Dabei ist die Wirkung der Geschäftsführung nicht zu unterschätzen. Auch sie müssen die Bedeutung von Diversität anerkennen. Unternehmen können Diversität in Recruiting-Materialien zeigen oder auf vielfältig besetzte Bewerbungsgremien und Mitarbeitergruppen verweisen. Diversität lässt sich nicht sofort erreichen, aber viele kleine Schritte führen zum Ziel.

2. Neue Methoden für Vorstellungsgespräche

Klassische Vorstellungsgespräche verschwinden noch nicht ganz aus der Praxis, sind aber für die Einschätzung sozialer Kompetenzen und Schwächen von Kandidaten kaum geeignet. Außerdem besteht bei herkömmlichen Vorstellungsgesprächen auch das Problem der Subjektivität. Für die Zukunft werden laut LinkedIn fünf innovative Formate immer wichtiger:

1) Online-Tools: So können Eigenschaften wie Teamfähigkeit und Interesse zu einem frühen Zeitpunkt gemessen werden.

2) Praxistests: So können die Fähigkeiten und Kompetenzen der Kandidaten in Aktion gesehen und besser eingeschätzt werden.

3) Lockere Gespräche zwischendurch oder beim Essen: Sie bieten weitere wichtige Einblicke in den Charakter des Kandidaten.

4) Einsatz von virtuellen Realitäten: Sie können helfen, das Verhalten der Bewerber im realen Umfeld genauer vorhersagen zu können. Unternehmen sehen authentische Fähigkeiten, anstatt einstudierter Antworten.

5) Videointerviews: Durch den Einsatz von Videointerviews, bei denen sich die Kandidaten kurz vorstellen und auf 4-5 Fragen antworten, lässt sich die Zahl der persönlichen Vorstellungsgespräche reduzieren.

3. Daten

Eine wichtige Rolle spielen auch Daten, wobei sich dieser Trend noch nicht überall etabliert hat. 69 % der Recruiting-Experten sagen, dass Daten sie beruflich voranbringen können, Tendenz steigend. Für die Kandidatengewinnung werden Daten am meisten genutzt, um Mitarbeiterschwund, Qualifikationslücken und Probleme mit der angebotenen Vergütung zu verstehen.

4. Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz ist der am wenigsten ausgereifte Trend. KI könnte allerdings von allen Trends die größte Veränderung mit sich bringen. 76 Prozent der Recruiter sagen, dass der Einfluss von KI auf die Personalbeschaffung signifikant sein wird.

Am nützlichsten ist Künstliche Intelligenz beim Finden und Prüfen von Kandidaten, bei der Pflege von Beziehungen zu Bewerbern und bei der Terminplanung. KI automatisiert einfache, eintönige Aufgaben: Die Software liest Lebensläufe und wertet sie aus, Chatbots beantworten Fragen potentieller Kandidaten zur ausgeschriebenen Stelle. Dem Personaler bleibt somit mehr Zeit für die persönliche und emotionale Interaktion mit den Kandidaten.

Fazit: Diese vier Trends können die Arbeit von Recruitern und Personalern nachhaltig beeinflussen und verändern. Sie können den Personalverantwortlichen wieder mehr Zeit für die persönliche Interaktion mit den Kandidaten geben.