Interview mit Caren von der Heydt – Wie klappt die Jobsuche im Netz?

Caren von der Heydt

Caren von der Heydt

In der heutigen Zeit haben Jobsuchende unendlich vielfältige Suchmöglichkeiten, und trotzdem ist und bleibt die Jobsuche schwer. Wir sprachen mit Caren von der Heydt, Systemischer Business Coach und Trainerin bei Inplace, über die Chancen der Online-Suche.

Caren, seit über 10 Jahren berätst Du Menschen bei der beruflichen Neuorientierung und unterstützt bei der Jobsuche. Bei welchen Jobbörsen sollte man sich registrieren und seinen Lebenslauf eintragen?

Bewerber sollten mehrere Jobbörsen gleichzeitig nutzen. Sinnvoll ist einer der beiden großen Jobbörsen wie Stepstone.de oder Monster.de sowie eine der sogenannten Meta-Suchmaschinen, wie beispielsweise Indeed.de oder jobbörse.com. Aber auch kleinere fachspezifische Jobbörsen wie zum Beispiel im grafischen Bereich „dasauge.de“ haben interessante Jobangebote. Metasuchmaschinen fragen mehrere Stellenportale und Unternehmenswebseiten gleichzeitig ab und verfügen daher über einen sehr großen „Suchraum“. Am besten richtet man sich als Bewerber in den Jobbörsen Profile ein und abonniert die jeweiligen Job-Agenten. So bleibt der Aufwand gering. Beim Thema „Lebenslauf hinterlegen“ sollten man wissen, dass das Unternehmen für den Abruf des Lebenslaufes Geld zahlen muss. Für den Bewerber ist es kostenfrei, für das Unternehmen nicht. Bewerber sollten ihren Lebenslauf nicht flächendeckend streuen, vielleicht bei 1-2 Jobbörsen, die seriös sind. Bei Meta-Suchmaschinen würde ich den Lebenslauf eher nicht hinterlegen.

Um im Internet gefunden zu werden, muss man auf sich aufmerksam machen. Welche sozialen Netzwerke sollte man für seine Jobsuche nutzen?

Im deutschsprachigen Raum sollten Bewerber XING nutzen, LinkedIn ist im internationalen Kontext relevant. Auf diesen beiden Business-Netzwerken können Bewerber gut auf sich aufmerksam machen. Um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, sollten Bewerber auch XING-Gruppen (Fachgruppen) beitreten. Die Nutzung dieser Gruppen bietet ein großes Potenzial. Jobsuchende können hier Ideen für die berufliche Orientierung sammeln, Jobangebote finden, sich in bestimmten Themenbereichen vernetzen und Informationen über Fachveranstaltungen erhalten. Es ist ratsam, sich 2-3 Gruppen herauszusuchen. Wer auch mobil über Jobs informiert werden möchte, kann sich Job-Apps aufs Handy laden, die fast alle großen Jobportale anbieten. Empfehlenswert sind zum Beispiel die Apps XING-Stellenmarkt oder Truffls, die aufgrund des XING- oder LinkedIn-Profils passgenaue Stellen vorschlagen.

Was ist mit Facebook und Twitter? Spielen diese Kanäle auch eine wichtige Rolle?

Auf Facebook und Twitter wird derzeit mehr Unternehmenswerbung betrieben als Kandidaten gesucht, wobei Facebook auch Stellenangebote hat. Im Moment spielen diese beiden Medien aber für die Ü40 Generation weniger eine Rolle. Sicher ist aber, dass sich nachteilige Bilder und Einträge negativ auswirken könnten.

Auch die Bewerbung per Blog gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wie genau hilft ein Blog bei der Jobsuche?

Das hängt von der Branche ab. Im redaktionellen oder grafischen Bereich kann ein Blog oder eine eigene Website sehr hilfreich sein. Gerade im Zusammenspiel mit sozialen Netzwerken kann hier die eigene Kompetenz bestens dargestellt werden. Eine Webseite oder ein Blog ist dann wie eine Arbeitsprobe. Es ist allerdings wenig sinnvoll, den Blog nur für die Jobsuche einzurichten, dafür ist der Aufwand zu hoch. Ein Blog sollte perspektivisch angelegt sein. Eine wichtige Voraussetzung ist auch, dass man Spaß am Schreiben hat und sich gerne übers Internet mitteilen möchte.

Ein weiterer Trend sind Bewerbervideos. Hier zählt der persönliche Eindruck. Für wen lohnen sich Bewegbilder zur Jobsuche?

In kreativen Berufen kann eine Bewerbung per Video Sinn machen, weil man hier die Möglichkeit hat, seine Arbeitsproben besser darzustellen. Wichtig ist es dann, dass das Video professionell gemacht ist und nicht länger als zwei Minuten dauert. Personaler haben schlichtweg nicht die Zeit, sich lange Filme anzuschauen.

Caren, vielen Dank fürs Gespräch.