Warum sich der Personaler nicht meldet

Das Vorstellungsgespräch lief gut, ihr Gesprächspartner war sehr positiv und sagte, er würde sich auf die Arbeit mit Ihnen sehr freuen. Und doch meldet er sich nicht. Er meldet sich nicht nach einer Woche, nicht nach zwei Wochen, nicht nach drei Wochen. Das ist kein Einzelfall, doch woran liegt das?

Oft liegt es an betriebsinternen Verzögerungen. Bewerber gehen immer davon aus, dass der Bewerbungsprozess in den Unternehmen glatt und reibungslos abläuft, doch das ist selten der Fall. Arbeitgeber brauchen oft länger, um eine Stelle neu zu besetzen, als sie selbst eingeplant haben. Manchmal liegt es aber auch an der Bewerbung selber, an der fehlenden fachlichen Qualifikation oder an Formfehlern.

Sind nach der letzten Rückmeldung erst ein paar Tage oder Wochen vergangen, geben Sie die Hoffnung nicht auf. Es gibt viele Gründe, weshalb sich der Personaler noch nicht gemeldet hat und diese haben nicht immer mit dem Bewerber selbst zu tun.

Gründe für betriebsinterne Verzögerungen:

1)  Ein wichtiger Entscheider ist nicht da.

Im Bewerbungsprozess sind meist mehrere Personen eingebunden. Es ist möglich, dass eine wichtige Person gerade nicht da ist, wie z.B. im Urlaub, krank oder auf Dienstreise.

2) Vorstellungsgespräche verschieben sich

Gespräche mit Bewerbern zu führen, kann lange dauern. Es kann zu kurzfristigen Verschiebungen kommen, sei es, dass der Bewerber krank geworden ist oder der Personaler den Termin doch nicht wahrnehmen kann.

3) Die zweite oder dritte Runde wird vorbereitet.

In der ersten Runde haben sich sehr viele Bewerber gut geschlagen. Das Unternehmen entscheidet sich für eine zweite oder gar dritte Runde von Gesprächen. Dieser Prozess kann nochmal viel Zeit in Anspruch nehmen.

4) Die Stelle wird neu konzipiert.

Der optimale Bewerber war nicht dabei. Das Unternehmen überlegt jetzt, ob sie die Stelle neu ausschreiben oder die Stelle auf den besten Bewerber anpassen sollen.

5) Die Geschäfte haben sich verändert.

Die Geschäftslage hat sich unerwartet verändert. Budgets müssen neu überdacht werden. Das Unternehmen stellt sich die Frage, ob sie die Stelle überhaupt besetzen können.

6) Bewerber Nr. 1 meldet sich nicht.

Das Unternehmen hat sich für einen Bewerber entschieden und es ihm mitgeteilt. Der ausgewählte Bewerber sagt nicht gleich zu, sondern erbittet Bedenkzeit.

Wenn Sie auf die Rückmeldung des Unternehmens warten, sollten Sie auf keinen Fall mit der Stellensuche pausieren. Egal, was der Personaler Ihnen im Gespräch gesagt hat. Solange Sie keinen unterschriebenen Arbeitsvertrag in den Händen halten, haben Sie noch keinen neuen Job.

Eine gute Methode, sich wieder in Erinnerung des Gesprächspartners zu bringen, ist die Kontaktaufnahme über soziale Netzwerke. Haben Sie einen lesenswerten Artikel gesehen, der Bezug auf Ihr Gespräch nimmt oder eine interessante Website, können Sie diese Informationen beispielsweise über XING an Ihren Gesprächspartner weiterleiten. Vermeiden Sie jedoch kommentarlose Kontaktanfragen. Und bleiben Sie zurückhaltend, wenn Sie keine Antwort bekommen oder der Kontakt nicht bestätigt wird.

Eines sollten Sie noch wissen: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat die Arbeit der Personaler und ihren Umgang mit Kandidaten in Vorstellungsgesprächen in den vergangenen Jahren entscheidend verändert. Personaler sind sehr vorsichtig geworden, aus Angst vor einer möglichen Klage.